Haustierhaltung in der Mietwohnung

Was ist erlaubt, was nicht?

Tierhaltung in Mietwohnungen, auf was muss man achten? 

Fast jeder von uns wünscht sich irgendwann im Leben ein Haustier; wächst dieser Gedanke erst einmal in uns heran, kann man ihn kaum noch zurückhalten. Ob Katze oder Hund; sie erheitern uns einfach jeden Tag aufs Neue und man möchte so viel Zeit wie möglich mit ihnen verbringen. Wenn man ein eigenes Haus hat, steht dem Ganzen auch nichts im Wege. Doch was ist, wenn man nur zur Miete wohnt? Was passiert dann mit dem kleinen tierischen Freund? Mitnehmen, das ist ja wohl klar. Doch darf man das so einfach oder ist es vielleicht sogar verboten? Gibt es rechtliche Grundlagen? Und auf was muss man sonst noch alles achten bei der Tierhaltung in Mietwohnungen?

Eine allgemeine gesetzliche Regelung gibt es bei der Frage nach der Tierhaltung in Mietwohnungen nicht. Dies hängt von vielen verschiedenen Faktoren (wie z. B. der Tierart) ab.

Kleintiere alle erlaubt?
Zu den Kleintieren zählen unter anderem Kaninchen und Hamster. Aber auch Fische oder Vögel wie z. B. Wellensittiche gehören dazu. All diese sind in einer Mietwohnung erlaubt, der Vermieter kann sich nicht dagegen wehren. Das ist ja auch irgendwie klar, wer hat schließlich schon einmal davon gehört, dass jemand etwas dagegen hat, wenn man Fische besitzt. Kleintiere stören die Nachbarn nicht, beschädigen die Wohnung nicht und sollten auch sonst keine Probleme verursachen.
Allerdings gibt es mehrere Ausnahmen. Vögel sind dann nicht gestattet, wenn sie nachweislich zu laut sind. Insbesondere Papageien können rund um die Uhr zetern, selbst in den späten Abendstunden. Beschweren sich andere Mieter darüber, kann die Haltung des Tieres verboten werden. Sie können keinen Einspruch einlegen, der Vermieter ist im Recht.
Die Haltung von anderen Kleintieren, die die Wohnung verschmutzen, einen unangenehmen Geruch verbreiten oder Ekel hervorrufen, kann ebenfalls untersagt werden.

Katzen und Hunde willkommen?
Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofes vom März 2013 darf man einem Mieter nicht generell verbieten, einen Hund oder eine Katze zu halten. Sie können also schon einmal kurz aufatmen! Eine entsprechende Passage im Mietvertrag wäre rechtlich nicht gültig. Dennoch sollten Sie sich bei den anderen Mietern im Haus rückversichern, dass diese nichts gegen Haustiere haben; auf diese muss laut Rechtssprechung geachtet werden. Bei einem Interessenskonflikt muss individuell entschieden werden, auf wessen Wünsche man eingeht. Ist ein Bewohner beispielsweise allergisch, wird oft in seinem Sinne entschieden.

Gefährliche Tiere?
Gehören Sie zu den Leuten, die sich noch nie von Konventionellem zufrieden gegegeben haben? Wünschen Sie sich eine Vogelspinne, eine giftige Schlange oder andere Reptilien? Oder vielleicht doch eher einen Kampfhund? Falls einer dieser Fälle auf Sie zutrifft, könnten Sie Probleme damit bekommen, eine geeignete Wohnung zu finden. Vorher muss der Eigentümer der Wohnung um Erlaubnis gefragt werden. Nur mit dessen Zustimmung dürfen Sie das Tier mit in die Wohnung bringen. Zusätzlich dazu benötigen Sie auch noch eine spezielle Halteerlaubnis nach Vorschrift des Landesstraf- und Verordnungsgesetzes.
Bei harmlosen, ungiftigen Schlangen z. B. brauchen Sie keine Erlaubnis.

Was sagt der Mietvertrag?
Ist in diesem verzeichnet, dass Haustierhaltung erlaubt ist, dann gilt diese Erlaubnis nicht gleich für alle Arten. Meerschweinschen, Hunde, Katzen etc. sind auf jeden Fall gestattet; für exotischere Tiere benötigen Sie im Vornherein die Genehmigung des Vermieters.
Verbietet der Vertrag grundsätzlich die Haltung von Tieren, so ist dieser unwirksam, denn laut Rechtssprechung sind allerlei Kleintiere vertragsgemäß.
Gibt es in den Mietverträgen keine Regelung diesbezüglich, muss im Fall von Hunden oder Katzen individuell entschieden werden. Kleintiere sind sowieso erlaubt.
Verbietet der Vertrag explizit die Haltung von Hunden oder Katzen, ist auch dieser nicht mehr rechtsgültig.
Bei alldem muss darüber hinaus beachtet werden, ob die Haltung der Tiere verhältnismäßig ist. Konkret heißt das, dass beispielsweise für eine 20 Quadratmeter große Wohnung mehrere Hunde oder Katzen unangemessen wären. Schließlich muss man hierbei auch auf das Wohl der Tiere achten, welche nun einmal einen gewissen Platz benötigen. Dies gilt übrigens auch bei Kleintieren (Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen …).

Einmal Erlaubnis = immer Erlaubnis?
Wurde Ihnen bereits zugesichert, dass Sie beispielsweise gefährliche Tiere halten dürfen, kann der Hauseigentümer seine Meinung immer noch ändern. Hierbei muss er allerdings nachvollziehbare Gründe angeben, z. B. dass sich ein Kampfhund wiederholt aggressiv gegenüber anderen Mietern verhalten hat oder eine Ratte die Wohnung so sehr verschmutzt, dass sie nicht mehr von Grund auf gereinigt werden kann, was den Wert des Mietobjektes mindert. Leisten Sie der Aufforderung des Eigentümers nicht Folge und lassen das Tier weiterhin in der Wohnung, kann dieser sogar Ihren Mietvertrag kündigen. Eine zeitliche Frist, wann das Tier spätestens aus der Wohnung heraus muss, gibt es so gesehen nicht. Stellt dieses wirklich eine ernste Gefahr für andere Bewohner da, müssen Sie es natürlich umgehend entfernen. Bei anderen Fällen wird Ihnen selbstverständlich mehr Zeit gegeben.

Tierischer Besuch?
Gegen eines kann der Vermieter überhaupt nichts ausrichten: Besuch von Tieren. Auch wenn sonst keine Haltung von Tieren in der Wohnung gestattet sein sollte, kann man es Ihnen nicht verbieten, Besuch von Freunden oder Familie zu empfangen, die einen Hund o. Ä. als Begleitung mitnehmen. Allerdings ist nirgendwo genau definiert, was noch als Besuch gilt und was bereits ein dauerhafter Aufenthalt wäre. Gegen ein paar Tage kann sicherlich niemand etwas einwenden; werden es allerdings mehrere Wochen, könnten erste Beschwerden aufkommen.

Und, möchten Sie jetzt mit Ihrem Hund, ihrer Katze oder Ihrem Wellensittich in eine Mietwohnung? Grundsätzlich steht dem nichts im Wege, teilweise benötigen Sie jedoch nun einmal die Zustimmung des Vermieters. Tipp: Lassen Sie es sich am besten noch einmal schriftlich bestätigen. Haben Sie noch Zweifel oder Fragen, sprechen Sie am besten mit den Vermietern darüber. Dieser kann Ihnen am besten weitere Auskunft geben.

(Foto: pixabay.de / epicantus)