Mietminderung

Ratgeber für Vermieter

Kann ein Mieter die von ihm angemietete Wohnung nicht in gewohnter bzw. zu erwartender Weise nutzen, ist er berechtigt die Miete zu kürzen.

Bevor er diesen Schritt gehen kann, ist er jedoch verpflichtet, seinem Vermieter den vorliegenden Mangel anzuzeigen. Da der Mieter gegebenenfalls nachweisen können muss, dass dies erfolgt ist, geschieht das am Besten schriftlich per Einschreiben oder durch persönliche Übergabe der Mangelanzeige gegen Erhaltsquittierung durch den Vermieter.

Wurde der Mangel dem Vermieter angezeigt, hat dieser in Abhängigkeit von der Art des Mangels in der Regel 14 Tage Zeit diesen zu beseitigen (eine defekte Heizung im Winter sollte innerhalb von 24 Stunden repariert werden).

Unabhängig von der Dauer der Mangelbeseitigung durch den Vermieter ist nun der Mieter berechtigt, die Miete für den Zeitraum der Mangelanzeige bis zur Beseitigung des Mangels zu kürzen.

Die Höhe, in der eine solche Mietminderung durch den Mieter ausfallen darf ist allerdings nicht einheitlich festgelegt. Daher bleibt einem Mieter nur, sich an bestehenden Gerichtsurteilen zu orientieren, die allerdings in Abhängigkeit vom Gericht teilweise sehr unterschiedlich ausfallen. Alternativ holt er sich am Besten Unterstützung von einem Mieterverein. Als Grundlage zur Berechnung der Mietminderung wird übrigens die Bruttomiete, also Miete plus Nebenkosten, genommen.

Da Mieten zu Monatsanfang für den laufenden Monat gezahlt werden erfolgen Mietkürzungen in der Regel erst mit der nächsten Mietzahlung. Rechtfertigt ein vorliegender Mangel eine Mietminderung ist es nicht relevant, ob der Mangel zu diesem Zeitpunkt bereits behoben wurde.

Der Mangel, den ein Mieter anzeigt darf übrigens nicht von ihm selbst verursacht worden sein und er darf dem Mieter auch nicht bei Vertragsunterzeichnung bekannt gewesen sein – eine Kneipe im Erdgeschoss existiert in der Regel schon beim Einzug und führt unweigerlich zu einer höheren Lärmbelastung. Während der Mangel also nicht vom Mieter selbst verschuldet sein darf, ist es für ein gerechtfertigte Mietminderung aber nicht erforderlich, dass der Vermieter den Mangel herbeigeführt hat.

Typische Mängel, die eine Mietminderung durch den Mieter rechtfertigen sind z. B. Schimmelbefall, Ausfall der Heizung oder Lärmbelästigung.

Unser Tipp: Nach Ankündigung eines Schadens durch den Mieter sollten Sie unverzüglich reagieren und entsprechende Lösungsmöglichkeiten aufzeigen um einer Mietminderung vorzubeugen. Sollte der Mangel berechtigt sein sind Sie verpflichtet in angemessener Zeit eine Lösung herbeizuführen. Wenn Sie auf einen angezeigten Mangel nicht reagieren hat dies oft eine Mietminderung und ggfs. eine gerichtliche Auseinandersetzung zur Folge.

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