Selber bauen, oder eine gebrauchte Immobilie kaufen?

Eine Grundsatzentscheidung.

Die eigenen vier Wände als ideale Altersvorsorge

In Zeiten eines unsicheren Kapitalmarkts und sich ständig ändernden Rahmenbedingungen sehnen sich viele Menschen danach, monetäre Sicherheit zu haben. Sparen liegt nach wie vor im Trend, jedoch fragen sich fleißige Sparer, wie sie ihr Geld anlegen sollen. Die Lösung ist die Investition in eine Immobilie, welche einen sicheren und beständigen Gegenwert bietet.

Viele junge Menschen beschäftigen sich jetzt schon mit dem Gedanken der Altersvorsorge und sehen es als Verschwendung an, Miete zu zahlen, wenn sie die monatliche Summe genauso gut nutzen könnten, um einen Immobilienkredit abzubezahlen. Die Vorstellung, in den eigenen vier Wänden zu wohnen, ist verlockend. Die Musik kann so laut gedreht werden, wie man möchte, im Sommer kann zu jeder Zeit gegrillt werden, ohne dass Nachbarn sich daran stören und die Farbe der Wände wird individuell und selbst bestimmt!

Bedenkt man nun noch, dass das aktuelle Rentensystem im Alter Probleme aufwerfen wird, ist ein eigenes Zuhause die beste Altersvorsorge, die man haben kann. Denn das Ziel muss es sein, im Alter mietfrei zu wohnen, um die Fixkostenbelastung zu reduzieren.

Grundsätzlich stellt sich jedoch die Frage, ob es besser ist, eine Bestandsimmobilie zu kaufen, oder lieber selbst zu bauen.

Zwei Möglichkeiten am Immobilienmarkt

Aufgrund obig genannter Faktoren blüht der Immobilienmarkt – sehr zur Freude von Vermittlungsplattformen, Hausanbietern und Immobilienmaklern.

Prinzipiell bieten sich Interessierten zwei Möglichkeiten: Entweder kauft man eine Bestandsimmobilie und richtet sie gemütlich ein, oder man baut direkt neu, nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen.

Bestandsimmobilien gibt es insbesondere in Ballungsgebieten viele, da immer wieder Immobilienbesitzer versterben oder in kleinere Wohnungen ziehen möchten. Sie werden über entsprechende Makler professionell vermarktet oder sind auf Plattformen wie Immobilienscout eingestellt und von Privatpersonen zu erwerben.

Wer seinen Grundriss und das Äußere des Hauses lieber selbst bestimmen und neu bauen möchte, hat ebenfalls die Qual der Wahl: Es gibt sowohl Massivhaus Anbieter als auch Fertighaus Anbieter, welche die Wohnträume erfüllen könnten. Im letzten Jahrzehnt ist der Bau von Fertighäusern zu einem regelrechten Trend avanciert, so dass es mittlerweile eine große Auswahl an Anbietern in diesem Bereich gibt.

Hinzu kommt die Thematik der Grundstücksfindung, die sich nicht immer einfach gestaltet. In Gemeinden mit erschlossenen Neubaugebieten ist der Grundstückskauf kein Problem, ist Bauplatz jedoch knapp, kann es mitunter schwierig sein, ein geeignetes Stück Land zu finden.
Bei Bestandsimmobilien ist ein Garten bzw. das dazugehörige Grundstück meist im Angebot dabei.

Vor- und Nachteile einer Bestandsimmobilie

Wer sich für eine Bestandsimmobilie entscheidet, genießt einige Vorteile, welche diese in der Regel mit sich bringt. Meist ist ein schöner Garten dabei, der zum Haus dazu gehört. Die Grundstücks-Thematik entfällt also, da ein bestehendes Stück Land übernommen wird.
Eine Bestandsimmobilie ist zudem fix und fertig verbaut, so dass nach Abschluss des Kaufvorgangs direkt eingezogen werden kann. Käufer müssen sich beispielsweise keine Sorgen um Erdarbeiten, Baustellenaufsicht und Bemusterung machen. Es muss lediglich ein Umzugstransport organisiert werden, der das geliebte Hab und Gut ins neue Zuhause bringt. Dennoch kann z. B. die Farbe der Wand selbst bestimmt werden, da es sich jetzt um Eigentum handelt. Oder soll es doch lieber die schöne Fototapete mit dem Strandmuster aus dem Baumarkt sein? Alles ist möglich!

Auf der anderen Seite gilt es, das Baujahr der Immobilie zu beachten und sich kein zu altes Objekt zu kaufen – denn sonst fallen Renovierungsarbeiten an, die im Laufe des Jahres zum Kaufpreis hinzukommen und sich zu einer stattlichen Summe entwickeln können. Ältere Bestandsimmobilien haben meist Sanierungsbedarf, was für den Laien nicht immer direkt ersichtlich ist. Deshalb sollte vor einem Vertragsabschluss immer ein unabhängiger Immobiliengutachter eingeschaltet werden, welcher losgelöst vom Makler den Wert des Objekts, aber auch möglichen Sanierungsbedarf und Schwachstellen des Hauses ermittelt.

Die Provision des Maklers kann nicht als negativ ausgelegt werden, da es bei einem Neubau ebenfalls einen gewissen Teil des Kaufpreises gibt, welcher als reine Entlohnung an den Anbieter fließt. Ist die Bestandsimmobilie jedoch älter als zehn Jahre, oder gar aus den 60er-, 70er- oder 80er-Jahre, gilt es zu bedenken, dass die Dämmung des Hauses auf keinen Fall modernen Standards entspricht. Somit ist mit höheren Heiz- und Energiekosten zu rechnen, als es vielleicht bisher in einer Mietswohnung der Fall war.

Vor- und Nachteile Neubau

Was gibt es Schöneres im Land der Häuslebauer, als sein eigenes Haus selbst zu bauen? Ein Neubau ist in jeder Hinsicht spannend und ermöglicht es, viele Wünsche in die Tat umzusetzen. So müssen beispielsweise bestehende Grundrisse nicht übernommen werden, sondern können nach eigenen Vorstellungen gestaltet werden. Viele Anbieter wissen, wie wichtig modernen Baufamilien der Wunsch nach Individualität ist, und bieten eine freie Raumplanung bei Erstellung der Hauspläne mit an. Auch das Äußere (z. B. Farbe der Dachziegel, Putz, etc.) kann nach freiem Ermessen gestaltet werden, so lange es im Bebauungsplan nicht anders vorgeschrieben ist. Die Grundstücksgröße bestimmen ebenfalls die Bauherren. Der Traum vom eigenen Garten mit Platz für Trampolin, Gemüsebeet oder Hollywood-Schaukel lässt sich bei einem Neubau also auch realisieren!

Darüber hinaus genießen Bauherren den Vorteil, in ein niegelnagelneues Haus einziehen zu können, welches modernen Energiestandards entspricht. Somit dürfen sich frischgebackene Eigentümer über niedrige Energiekosten freuen und müssen sich die nächsten vierzig Jahre nicht mit Dingen wie Renovierung auseinandersetzen.

Ein Hausbau ist jedoch vom Arbeits- und Zeitaufwand her nicht zu unterschätzen. Bauherren müssen sich darauf einstellen, dass es sich bei dem Bau ihres Traumhauses um einen mehrjährigen Prozess handelt, der allein schon aufgrund der vielen Behördengänge Zeit und Nerven kostet. Auch ist der Preis des Hauses alleine nicht der Endpreis, da Baunebenkosten hinzukommen und der Grundstückspreis ebenfalls bedacht werden muss. So kann eine ursprünglich angedachte Summe schnell in die Höhe schießen und das Budgetlimit sprengen. Bauinteressenten vergessen, dass sie an der Baustelle für die Wasser- und Stromversorgung verantwortlich sind, ein Dixie-Klo gestellt werden muss und Erdarbeiten anfallen. Auch Versicherungskosten während der Bauphase müssen in Kauf genommen werden (Bauherrenhaftplicht-Versicherung etc.).

Wer baut, verlässt sich auf andere. Im seltenen, aber schlimmsten Fall kann eine Insolvenz des Bauträgers den Traum vom eigenen Haus zu einem Alptraum werden lassen.

Wovon sollte man die Entscheidung abhängig machen?

Hinsichtlich der beiden Möglichkeiten eine Entscheidung zu fällen, fällt vielen Interessierten nicht leicht. Sicherlich ist das vorhandene Kapital bzw. der Kreditrahmen ausschlaggebend für eine erste Tendenz. Die Immobilienpreise von Bestandsimmobilien sind in den letzten Jahren um einiges angestiegen.

Ein Bauprojekt aufgrund der vielen Zusatzkosten pauschal als teurer zu bezeichnen, ist jedoch nicht zutreffend. Insbesondere Fertighaus Anbieter punkten mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis und kurzer Bauphase.

Ein wenig sollte die Entscheidung auch von den persönlichen Umständen abhängig gemacht werden. So ist es beispielsweise für Arbeitnehmer im Schichtdienst oder junge Familien mit kleinen Kindern sicherlich eine bessere Idee, das Projekt mit weniger Zeitaufwand ins Visier zu nehmen und sich für den Kauf einer Bestandsimmobilie zu entscheiden. Sind Interessierte zeitlich weniger gebunden und dazu eventuell noch handwerklich begabt, macht es Sinn, über einen Neubau nachzudenken.

Grundsätzlich gilt: Umfassende Beratung ist das A und O – ist ein Verkäufer oder Makler nur an seiner Provision interessiert, sollte man lieber Abstand nehmen und sich anderweitig orientieren. Schließlich geht es um den Traum der eigenen vier Wände, welche man für den Rest seines Lebens bewohnen möchte.

(Foto: pixabay.de / pictures4you)